Wissen · Symptom
Rejection Sensitive Dysphoria
Ein scheinbar harmloser Satz, und es trifft dich wie ein Schlag. Viele mit ADHS kennen dieses übergroße Gefühl bei Kritik oder Zurückweisung. Es hat einen Namen: Rejection Sensitive Dysphoria, kurz RSD.
Wissen & Einordnungkein Ersatz für Therapie

RSD heißt: Zurückweisung tut weh, sehr weh. Gemeint ist eine intensive, oft körperlich spürbare emotionale Reaktion auf echte oder vermutete Kritik, Ablehnung oder das Gefühl, jemanden enttäuscht zu haben. Bei ADHS wird das besonders häufig berichtet.
Warum trifft es ADHS-Betroffene oft stärker?
ADHS geht mit einer schwächeren Emotionsregulation einher, Gefühle kommen schneller, stärker und schwerer zu bremsen. Dazu kommen jahrelange Erfahrungen mit Kritik („streng dich mehr an"). Beides zusammen macht empfindlich.
Wichtig zur Einordnung
RSD ist kein eigenständiges Diagnosekriterium in ICD oder DSM. Der Begriff beschreibt ein häufig geschildertes Erleben und wurde durch den Psychiater William Dodson bekannt. Er hilft beim Verstehen, ersetzt aber keine fachliche Einschätzung.
Was helfen kann
Es benennen können nimmt schon Druck. Weiter helfen: kurz innehalten, bevor man reagiert; die Situation gegenchecken („ist das wirklich Ablehnung?"); Austausch mit Menschen, die das kennen; und bei hohem Leidensdruck eine Psychotherapie. Anlaufstellen findest du im Verzeichnis.
Dies ist Wissen, keine Diagnose. Wenn dich starke emotionale Reaktionen belasten, ist eine fachliche Abklärung der richtige Weg, so läuft eine Diagnose.