Aktuelles 4. September 2026

ADHS bei Kindern: 16 Prozent mehr Diagnosen

Die DAK hat im August 2026 Zahlen zu ADHS-Neudiagnosen bei Kindern und Jugendlichen veröffentlicht. In einem Jahr ist die Zahl um 16 Prozent gestiegen, bei Mädchen noch deutlicher. Was dahintersteckt, und was das nicht bedeutet.

Stand 09/2026Quelle: DAK-Kinder- und Jugendreport

Familie entspannt gemeinsam zu Hause im Nürnberger Land

Die Zahlen

  • 2024 bekamen 17 von 1.000 Kindern und Jugendlichen erstmals eine ADHS-Diagnose. Hochgerechnet rund 202.000 bundesweit.
  • Das sind 16 Prozent mehr als 2023.
  • Jungen: 22,4 je 1.000. Mädchen: 11,3 je 1.000. Aber bei Mädchen stieg die Rate im Jahr um 21 Prozent (Jungen: 14 Prozent), seit 2020 um rund 46 Prozent.
  • Am häufigsten betroffen sind die 5- bis 9-Jährigen (23,8 je 1.000). In der Gruppe der 10- bis 14-Jährigen legte die Zahl am stärksten zu (plus 22 Prozent).
  • Insgesamt waren 2024 rund 5,2 Prozent der 3- bis 17-Jährigen wegen ADHS in Behandlung.
  • Grundlage: Abrechnungsdaten von rund 800.000 bei der DAK-Gesundheit versicherten Kindern und Jugendlichen, ausgewertet von Vandage und der Universität Bielefeld, Zeitraum 2019 bis 2024.

Warum der Anstieg

Die Zahlen zeigen nicht, dass ADHS „häufiger wird". Wahrscheinlicher ist: mehr Wissen, ein genauerer Blick, und Gruppen, die früher durchs Raster gefallen sind, vor allem Mädchen, werden endlich erkannt. Das deckt sich mit dem, was wir bei Erwachsenen sehen, wo die Erstdiagnosen in wenigen Jahren stark gestiegen sind, ohne dass sich die Krankheit selbst verändert hätte.

Was fehlt

Mehr Diagnosen heißt nicht mehr Hilfe. Therapieplätze, Ergotherapie, Schulbegleitung: die Wartezeiten bleiben lang. Der Report zeigt außerdem, dass etwa die Hälfte der Jungen und knapp die Hälfte der Mädchen mit Diagnose Medikamente bekommt, für die anderen ist eine passende Behandlung damit nicht automatisch gesichert.

Für Familien in Mittelfranken

Wenn bei deinem Kind ADHS im Raum steht: Im Verzeichnis findest du Kinder- und Jugendpsychiatrien und Praxen in der Region, darunter die Institutsambulanzen der Bezirkskliniken in Ansbach, Erlangen und Neustadt a.d. Aisch. So läuft eine Diagnose erklärt den Weg von der Überweisung bis zum Termin.

Kurz gesagt: Die steigenden Zahlen sind ein Zeichen für besseres Hinsehen, nicht für eine „Modekrankheit". Für Familien zählt, was danach kommt: ein Termin, eine Einschätzung, Unterstützung. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung.

Quellen

  • DAK-Gesundheit, Pressemeldung „ADHS: Neudiagnosen bei Kindern steigen um 16 Prozent", August 2026 – dak.de
  • Monitor Versorgungsforschung, „ADHS: Neudiagnosen bei Kindern steigen um 16 Prozent" – monitor-versorgungsforschung.de

Geprüft: 04.09.2026.